Schweden 2021 – 2333km gen Norden zum Outdoorcenter Bergslagsgården

Wo fängt man an zu erzählen, wenn man von einer wunderbaren Reise zurückkehrt? Von den Dingen, die am meisten beeindruckt haben, von der Begeisterung für das Land, von den lieben Begegnungen oder einfach der Reihe nach? Oder um das Gefühl so lange wie möglich in einem zu tragen, das sich so schön nach Urlaub und Freiheit und Vertrauen anfühlt? Den Schwedenblues verhindern wollen, wo ich einfach nur mehr zurück will? Wohl eine Mischung aus allem… (und ich hab ja nicht mal die Blogartikel von 2019 fertig, da fehlt noch einer, den ich schon lange angefangen habe… nun denn, alles geht halt nicht 😉

Nachdem ich mich 2020 aus bekannten Gründen nicht getraut habe so weit zu reisen, hielt ich es dieses Jahr schlicht und ergreifend ohne Schweden nicht mehr aus. So schön Österreich ist, es ist halt nicht Schweden… es gibt kein Jedermannsrecht, keine unverbauten Seen, an denen du Kanufahren und einfach am nächsten schönen Platz dein Zelt aufbauen kannst, geschweige denn Feuer machen darfst. Grund genug, mal eben 2333 Zugkilometer auf sich zu nehmen und gen Norden zu düsen. Just an dem Tag, an dem ich aus praktischen und Flexibilitätsgründen (man weiß ja nie so in diesen Zeiten an den diversen Grenzen…) mein Interrailticket gekauft hatte, nahm Österreich Schweden von der Liste der Länder, bei denen man bei Rückkehr in Quarantäne muss. Na siehste, geht doch! Ich wäre auch durch die Saalach geschwommen, wenn es nötig gewesen wäre!

Bin ich froh, dass ich fast alles daheim habe an Ausrüstung, so muss ich einfach nur die Liste schreiben, alles zusammensuchen, schön im Zimmer ausbreiten, das eine oder andere ergänzen bzw. reparieren, alles in den Rucksack stopfen und schon kann es losgehen. Nachdem ich schon wochen- und tagelang Leute, die gerade in Schweden unterwegs sind (links), beneidet hatte, durfte ich mich nun selbst auf den Weg dahin machen! Wieder zuerst mit dem Fahrrad, dann in den EC nach München. Ach herrlich, Urlaub… alles kann einem egal sein, du musst dich einfach nur durchs Land schaukeln lassen. Endlich das Selfie machen am Bahnhof mit dem großen Rucksack und breitem Grinsen auf. Masken nerven natürlich ungemein, aber je weiter du nach Norden kommst, umso weniger ist es Thema, in Österreich war noch FFP2 (bäh…), in Deutschland stieg ich um auf die medizinische (etwas weniger bäh…) und ab Dänemark war es schon besser und in Schweden hatten die wenigsten welche (geil, du siehst Schaffner und Verkäufer lächeln…).

In Hamburg war es nach einem Gewitteraufguss auch kurz vor Mitternacht noch schwül und heiß, aber zum Glück war der IC nach Kopenhagen total leer (hatte fast ein Großraumabteil für mich…), nachdem der für heuer das erste Mal fuhr. Eine ganze Viererbank für mich verhalf mir zu einem recht guten Schlaf, so dass ich einigermaßen ausgeschlafen die Öresundbrücke nach Schweden überquerte. Ich war in Schweeeden, heul!!! Die Dänen hatten noch den Test sehen wollen, die Schweden nicht mehr. Ging also total easy das Ganze! Mit großen Freudentränen in den Augen saß ich also in Malmö bei meinem Morgenkaffee…

Nun ging es noch weiter – erst mit dem Snabbtag nach Mjölby, mit dem Regionalzug nach Örebro und mit dem Bus nach Hällefors, nach 6 Stunden war ich da. Wegen der ziemlich großen Hitze fiel im Schnellzug immer wieder die Klimaanlage aus und wir standen herum, die starteten immer wieder neu… Unterhielt ich mich halt mit einer netten Deutschen und zwei Schwedinnen, die für uns die Durchsagen übersetzten, der Regionalzug wartete dann auf uns. Im Bus gab es ein richtiges Unwetter… Puh, also wenn man da im Zelt sitzt, viel Spaß dachte ich mir… Zum Glück hörte es auf, sobald ich da war, danke! Noch einkaufen im Supermarkt für 5 Tage und bald wurde ich auch abgeholt. Heuer war ich nämlich unterwegs mit dem Outdoorcenter Bergslagsgarden, bei denen ich ein Kombipaket aus Wandern und Kanu gebucht hatte (auf der Website gibt es ein Kontaktformular, wo man ganz einfach anfragen kann). Schon im Mailverkehr war das echt total nett und unkompliziert, ich schrieb, was ich suchte und von wann bis wann ich kann, sagte meine Ankunftszeit und wurde echt total herzlich empfangen. War fast schon wie nach Hause kommen, zumal sich noch rausstellte, dass die aus Thüringen kommen – wir kennen sogar gleiche Bäcker usw.! Die Welt ist halt ein Dorf… Mich hatte ein gewisser Zufall zu ihnen geführt – jemand hatte mich nach einem Blogartikel angeschrieben, begeistert und hier war ich nun (ich sollte es definitiv nicht bereuen, ganz im Gegenteil) – danke dafür!

Sie brachten mich ins Outdoorcamp – an einem wunderschönen See gelegen, wunderbar still, umgeben von Wald und ein paar Sommerhäusern. Ein Traum! Und die Sonne schien! Wow! Und das Eintauchen in den herrlich kühlen See, den ganzen Fahrtstaub abwaschen war einfach nur wunderbar. Ich konnte nicht aufhören zu grinsen und zu lachen, schwamm mit den Seerosen ins Abendlicht und war einfach nur glücklich!

Von Norman bekam ich Karten und die Idee, wegen dem Wetter erst wandern zu gehen am Silverleden, der fast direkt am Camp vorbeigeht und dann am Fluss Svartälven eine Kanutour zu machen auf einem Abschnitt, der ohne Umtragen ist, da ich das alleine nicht bewerkstelligen kann. Spürte da mal rein und es fühlte sich stimmig an, in mir war das Vertrauen, das schon alles gut gehen würde!

Die Nacht im Camp war herrlich ruhig, das Liegen tat nach der Nacht im Zug echt gut 😉 Am nächsten Morgen war es bewölkt, ich packte meine Sachen um, nahm nur das mit, was ich für 4 Tage wandern brauchen würde, der Rest würde vom Outdoorcenter aufbewahrt werden, was ich echt toll finde! Na dann, den Rucksack geschultert und los gings – aber das ist eine andere Geschichte!

Wer auch mit dem Zug gen Norden reisen möchte, hier mehr Infos:

Entweder Sparangebote nutzen von ÖBB oder DB, neu gibt es auch Allaboard – oder eben Interrail, das früher vor allem für Jugendliche gedacht war, heute aber für jedes Alter erhältlich ist. Schau dir an, wie viele Tage du brauchst und buch dann entsprechend deinen Global Pass (ich brauchte 5 Tage, schaue mir die Routen an im Planer von DB und ÖBB, ich konnte meinen Pass dann ganz unkompliziert am Bahnhof kaufen gleich mit den Reservierungen dazu, für Dänemark braucht man heuer z.B. welche). Für Nachtzüge gibt es bei Interrail einen Aufpreis – ich habe für zurück dann den von Hamburg nach Rosenheim genommen, neu seit heuer gibt es von Snälltaget einen von Berlin nach Stockholm, ist das nicht wunderbar? Am Zugfahren liebe ich, dass ich einfach nur dasitzen und aus dem Fenster schauen brauche, man immer wieder echt interessante Leute kennenlernt und es einfach spannend ist, wie sich die Landschaft und vor allem auch die Leute verändern, je weiter man weg fährt, wie das Einsteigeverhalten ist, die Sprachen und Kleidung zu beobachten. Und dass es natürlich am umweltfreundlichsten ist im Vergleich zu Flieger, Fähre oder Auto. Für Reisewarnungen, diverse Maßnahmen und so was habe ich immer die Seite vom ÖAMTC konsultiert, das ist recht übersichtlich und informativ auf einen Blick, was bei welcher Grenze gilt. In der Praxis wurde ich nur an einer Grenze nach dem Test gefragt, auf der Rückfahrt kein einziges Mal…

Hier noch der Fahrtverlauf (über Hannover ginge natürlich auch, möglich wäre auch mit dem Zug bis Rostock und Fähre bis Trelleborg):

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