Wintersonnwend

Wandern wir
durch die dunkelste Nacht
doch ist es nicht ganz finster
spüren die Stille des Landes
es schläft in Winterruhe

Nebel umhüllt uns
dicht und grau
doch weiter vorne lichtet er sich
die Sterne des Winters blinken hervor
vom klaren Himmel
verschwinden wieder in Nebelschwaden

Legen uns unter den Weidenbaum
auf die kalte Erde
doch getragen vom gefallenen Laub
singen unser Lied
klopfen uns sacht mit der Rute ab
geben uns den Segen der Sonnwend

Ziehen uns ins Haus zurück
löschen alle Lichter
dunkel und still ist es nun
begeben uns auf die Reise
in die Unterwelt
zur Göttin der Rauhnacht
Percht und Holle

Jede für sich
und doch nicht allein
geborgen in der warmen Stube
schwebend in der Finsternis
umgeben von unseren Schwestern
atmen wir
wir sind getragen, behütet und beschützt

Lange Zeit sitzen wir so im Kreis
bis eine anfängt ein Lied zu flüstern

„Im Dunkel unsrer Nacht
entzünde das Feuer
das niemals verlöscht
das niemals verlöscht“

Tastende Hände berühren sich
auf der Suche nach Streichhölzern
wir lachen

Das erste Streichholz glimmt nur bläulich auf
wir lachen
das zweite Streichholz ebenfalls
wir lachen
das dritte Streichholz lodert auf
wir sind geblendet
das Licht ist zurückgekehrt
wir lachen

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Lied „Im Dunkel unsrer Nacht“ aus Taize
http://www.geocities.ws/markuskantz/imdunkel.html

Julzeit

Mein Altar mit meinem Gemälde von der Percht und meiner Filzgöttin, ich habe ihr schon meine Spindeln gegeben, da ich die Arbeit in den Rauhnächten nun ruhen lasse…

Nachdem der meiste  schöne Schnee leider wieder weg, kann ich immerhin das darunter sprießende Grün wie hier die Vogelmiere genießen…

Aus Fichtenzweigen band ich mir eine Lebensrute – damit können wir uns abstreichen oder sanft abklopfen, um Gesundheit und Glück zu bringen…

Noch ein Schneerest im Eichenwald…

Meine Freunde, die vierstämmige Eiche…

Ein Eichenblatt größer als meine Hand!

Winterstimmung im Wald…

Robinienhain vor dem frostüberzogenen Sattnitzbergmassiv…

Die untergehende Sonne spiegelt sich auf dem Eis…

auf dem Weg kam ich auch an einer vierstämmigen Erle vorbei…

Ein Farn schaut aus seinem Schneebett hervor…

bald schon ging die Sonne hinter dem Berg unter…

die roten Beeren des Schneeballs leuchteten…

Beltane am See

Die Saligen tanzen auf dem Sattnitzbergmassiv…

Durch das Moor geht es zum Schilfgürtel am Rande des Sees…

Mehlprimeln winken vom Wegesrand…

Behütet unter den Bäumen sitzen

mit dem Wind singen

Frühlingserdenduft einatmen

Frauengemeinschaft spüren

die Vollmondin über dem Sitz der Saligen

tanzende Baumwipfel im Silberlicht

Nebel über dem Moor

 

 

Samhain

Dieses Jahr Samhain war ziemlich heftig…an den Tagen vor Neumond spürte ich die dunkle Göttin immer stärker und ich zog mich immer weiter zurück, wollte mich am liebsten in eine dunkle, warme Höhle schlafen legen, die Decke über den Kopf ziehen und alle Tränen loslassen, die noch in mir waren. Das Wetter bei uns war auch sehr passend – grau in grau, trübes Wetter den ganzen Tag, ab und an nieselte es auch, der Nebel hing dicht über dem Tal…

An Neumond gingen wir im Moor spazieren, ich hatte mein schwarzes Kleid dabei und wir machten einige Fotos, die wirklich gut zur Stimmung passten:

dichter Nebel im Herbstwald…

das Tor zur Anderswelt…

der Nebel über dem Moor…

Fotos von JamesVermont www.jamesvermont.at