100 days of new visions – Was wäre, wenn wir in einer Welt leben würden, in der…

Wie jedes Jahr mache ich beim 100dayproject mit und es ist immer wieder sehr spannend, was dabei herauskommt. Dieses Jahr soll es um Visionen gehen. An sich bin ich eher eine Pessimistin, ich kann wunderbar in allem nur das Schlechte sehen, mich aufregen über den Zustand der Welt, in Panik verfallen angesichts der Krisen, in denen wir gerade stecken.
Aber was ist mit den Möglichkeiten und Chancen, den Visionen einer Welt, in der wir leben wollen? Angeregt durch die wunderbaren Interviews des Pioneers of Change Onlinesummits im März mit vielen genialen Menschen wollte ich mir anschauen, welche persönlichen Ideen und Visionen ich zu einer besseren Welt habe. Utopisch zu denken fällt mir schwer, das fiel mir gleich mal auf, auch bei einem spannenden Kurs, den ich gerade mache, sollten wir gemeinsam Utopien entwickeln. Gar nicht so einfach! Im Onlinesummit tauchte immer wieder die Frage auf, welche Geschichte wir erzählen wollen, was wollen wir aufbauen, was nährt uns, was können wir beitragen zu einem guten Leben für alle?

Besonders inspiriert hat mich der Beitrag von Rob Hopkins, dem Gründer der Transition Town Bewegung, der sich die Frage stellt, „what if everything would turn out ok?“ angesichts der Klimakrise. „Was, wenn…. „. Sich immer wieder diese Frage stellen, sie als den Nordstern ansehen, der uns leiten kann und der uns ins Handeln bringt. Der berührende Essay„Coronation“ von Charles Eisenstein (gibt’s auch auf Deutsch!) wirft u.a. die Frage auf, in welcher Welt wir leben wollen. Leben im Getrenntsein, in der ständigen Angst vor dem Tod? Oder in einer Welt, die unser Herz bereits kennt, in der wir für unsere Mitwelt da sind? Ich denke, diese Zeit kann uns zurückwerfen auf das, was wirklich zählt. Dinge, die essenziell sind. Brauchen wir wirklich neue Kleidung, Schuhe, Gebrauchsgegenstände? Wirklich? Was wir wirklich brauchen ist eine intakte Mitwelt, eine regenerative Kultur, eine lebenswerte Natur für alle Lebewesen, gesunde Ökosysteme. Die würden nämlich auch Pandemien verhindern, wie auch Jane Goddall bestätigt. Auch nach der aktuellen Corona-Krise dürfen wir meiner Meinung nach nicht wieder zurück zur „Normalität“, denn diese war alles andere als regenerativ. Mittlerweile gibt es schon genug Ideen dazu, wie das aussehen sollte, setzen wir uns nun dafür ein, dass sie auch umgesetzt werden!

Diese Inspirationen und um einen Gegenpol zu meiner Panik zu schaffen (ohne sie verdrängen zu wollen) haben mich dazu veranlasst, mir immer wieder Bilder zu schaffen und Ideen, Visionen einer Welt, in der ich leben möchte. Dazu stelle ich mir die Frage „Was wäre, wenn wir in einer Welt leben würden, in der…“.

Du findest die Visionen unter dem Hashtag #100daysofnewvisions auf Instagram, wo ich als @wildfrauenkraft zu finden bin, schaut gerne vorbei! Hier liste ich nun ein paar davon auf, es ist ja noch eine Weile hin bis die 100 Tage voll sind, gestartet haben wir am 7. April oder am 2.? (achja, keine Ahnung, seit dem Lock-Down ist so etwas eigentlich unwichtig geworden).

Die meisten Tage war ich einfach inspiriert von dem, was mir begegnete. So gut wie jeden Tag bin ich in irgendeiner Form draußen, im Wald, am Fluss, am Berg, am Radl, im Garten. Dafür bin ich so dankbar, dass ich hier wohnen darf, wo das alles vor der Haustüre ist und ich mit dem Radl nicht weit fahren brauche.

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Was wäre, wenn wir in einer Welt leben würden, in der Müll (wie Plastik, jede Einmalverpackung, das meiste „Zeugs“) gar nicht erst produziert werden würde und es für uns ganz selbstverständlich wäre, die Natur als Teil von uns zu sehen?

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Was wäre, wenn wir in einer Welt leben würden, in der wir das Leuchten und Strahlen um und in uns wieder bewusst wahrnehmen würden, uns ein Baum im Wald so berührt, dass uns die Tränen kommen, weil es so ein Geschenk ist von seinen jungen Blättern kosten zu dürfen?

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Was wäre, wenn wir in einer Welt leben würden, in der es genug ist, einfach mal im Wald zu liegen, sich ins Moos zu kuscheln und den Vögeln und dem Singen des Windes in den Bäumen zu lauschen?

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Was wäre, wenn wir in einer Welt leben würden, in der wir erkennen, dass alles zyklisch ist, dass aus dem Tod und der Erde neues Leben entsteht, auch wenn es auf den ersten Blick nicht möglich scheint?

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Was wäre, wenn wir in einer Welt leben würden, in der sich Bäume umarmen anfühlt wie umarmen der Liebsten, weil sie genauso ein Teil der Familie und Freund*innen sind?

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Was wäre, wenn wir in einer Welt leben würden, in der wir einander zugewandt leben und uns die Hände reichen würden, wir uns einander zeigen dürfen so wie wir sind, und das mit den Mitmenschen und der gesamten Mitwelt?

Was wäre, wenn wir in einer Welt leben würden, in der blauer Himmel immer so klar und strahlend sein kann, weil wir am Boden bleiben, nur noch Essentielles besorgen und reine Luft eine selbstverständliche Natürlichkeit ist?

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Was wäre, wenn wir in einer Welt leben würden, in der wir gemeinsam im Kreis sitzen am Feuer und uns Geschichten erzählen würden?

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Was wäre, wenn wir in einer Welt leben würden, in der wir auch Mal vor Freude einfach in die Luft springen? Heute habe ich beim Giveaway von Art.from.Ilkas.Heart gewonnen (danke danke ich freu mich soooo) und ich hüpfte vor Freude nur so im Wald herum… (hatte ich aber auch Mal vor der Uni gemacht als eine Prüfung überstanden war, da haben die Leute schon komisch geguckt… wieso eigentlich?)

Was wäre, wenn wir in einer Welt leben würden, in der es offiziell erlaubt ist im Wald zu schlafen? Wo das Jedermenschrecht gilt wie in Skandinavien? Würde es die Welt ändern, wenn Politiker öfter Mal im Wald schlafen würden, würden sie dann andere Entscheidungen treffen zu Gunsten der Natur? Es war auf jeden Fall eine spannende Nacht mit vielen Sternen, gruseligen Satellitenschwärmen, Kuckucksrufen mitten in der Nacht, einem Vogel am Schlafsack, einer Spinne am Rucksack und kuscheliger Wärme und feiner Morgensonne…

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Was wäre, wenn wir in einer Welt leben würden, in der wir bewusst die Schönheit der Blüten um uns wahrnehmen würden, bewusst innehalten, um an ihnen zu schnuppern, ihren süßen Duft zu kosten, dankbar für sie sind?

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Was wäre, wenn wir in einer Welt leben würden, in der es ganz viele wilde Ecken und Verstecke gibt? Wo es wuchern und scheinbar chaotisch einfach wachsen darf, was dort wachsen möchte? In jedem Garten und überall so etwas sein darf?

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Was wäre, wenn wir in einer Welt leben würden, in der Sorgearbeit gleichwertig mit Erwerbsarbeit ist? Wo es wertvoll ist mit den Kindern zu malen ohne den Stress, gleichzeitig arbeiten und Geld verdienen zu müssen? Wo alle Menschen abgesichert sind mit einem bedingungslosen Grundeinkommen?

Was wäre, wenn wir in einer Welt leben würden, in der wir jeden Tag EarthDay feiern? Dankbar sind, dass wir auf diesem wundervollen Planeten wohnen, der uns alle versorgen kann, wenn wir es gerecht verteilen?

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Was wäre, wenn wir in einer Welt leben würden, in der wir erkannt haben, dass alles miteinander verbunden ist und es uns allen nur dann gut gehen kann, wenn es der Erde gut geht?

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Was wäre, wenn wir in einer Welt leben würden, in der so ein Protest gar nicht mehr nötig wäre, weil das für alle selbstverständlich ist?

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Was wäre, wenn wir in einer Welt leben würden, in der Wolken beobachten als sinnstiftende Tätigkeit angesehen wird? Genauso wie Tagträumen und nichts tun?

Was wäre, wenn wir in einer Welt leben würden, in der die meisten Bäume so lange leben dürfen wie sie wollen und wenn dann nur weise und regenerativ genutzt werden, für das, was wirklich gebraucht wird und nicht eh schon vorhanden ist oder recycelt werden kann?

Was wäre, wenn wir in einer Welt leben würden, in der wir wundervollen Künstler*innen unterstützen, sie wertschätzen und von ihnen erzählen? Gerade in diesen Zeiten kann sich so ein liebevolles Paket wie eine schwesterliche Umarmung anfühlen! Ich durfte das alles wie schon erwähnt gewinnen von der wunderbaren Ilka – hier ihr Etsyshop!

Was wäre, wenn wir in einer Welt leben würden, in der es genügend Rückzugsorte gibt, an denen es still und behaglich ist, wo du ganz du selbst sein kannst, dich so zeigen kannst wie du bist, du barfuß die Berge hinauf rennen und dich zu wundervollen Buchen kuscheln kannst?

Was wäre, wenn wir in einer Welt leben würden, in der wir dem Regen in kindlicher Freude begegnen, die Tropfen kosten, in Pfützen hüpfen, das Nass willkommen heißen und im Regen tanzen?

Und nun zu euch. Was sind eure Ideen? In was für einer Welt möchtet ihr leben? Und was könnt ihr dazu beitragen, dass sie wahr wird (oder ist sie das in Teilen nicht sogar schon?), wo lebt ihr eure Vorstellungen schon? Schreibt mir gerne Eure Visionen, ich freue mich! Ich wünsche euch trotz allem eine kraftvolle Zeit, schaut gut auf euch!

2 Kommentare zu „100 days of new visions – Was wäre, wenn wir in einer Welt leben würden, in der…

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