Mondzeit im Roten Zelt

Manchmal kann ich es noch immer nicht so recht glauben, dass da wirklich gerade ein Rotes Zelt steht und wir jederzeit hinein gehen können, Frauenkraft spüren können, gemeinsam singen und reden und allein sein, wenn uns danach ist. Wo ein gemütliches Feuer brennt und ein paar rote Windlichter das Zelt in gedämpftes rotes Licht tauchen, Geborgenheit und Aufgehoben-Sein ausstrahlend.

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Passenderweise habe ich meine Mondzeit und so sitze ich im Zelt, eingehüllt in eine warme Decke, aufs Feuer blickend, den tanzenden Flammen zusehend, vor mich hin träumend mit einer heißen Tasse Schafgarbentee in meiner Hand. Manusha packt ihre Gitarre aus, spielt und singt Lieder für Mutter Erde, während ihre Kinder das Feuer hüten. Dann singe ich ihr ein paar Lieder vor und lese schöne Mondzeit-Texte aus den Büchern in der Bücherkiste vor. Eine friedliche Stimmung ist in mir, ruhig und gelassen fühle ich mich hier und jetzt. Wir reden noch eine Weile, ehe ich wieder nach Hause fahre. Die Stimmung nehme ich mit. Und ich komme bald wieder. Zu Hause bin ich manchmal immer noch berührt vom Roten Zelt. Obwohl ich schon in anderen Menstruationshütten war und Roten Zelten, so ist es doch jedes Mal anders und immer etwas ganz Eigenes, Besonderes.

Eines der Lieder, die ich gesungen habe, war von Carolyn Hillyer vom Album „Old Silverhead“ (sehr empfehlenswert übrigens, es gibt auch ein Büchlein auf Deutsch dazu, das „Haus der Frauen“)

I am traveling in moon waters, I am flowing in moon waters,
I am growing in moon waters, new woman in moon waters,
standing at holy doors, open up, open up and I shall enter
honour to my mothers blood, honour to my sisters blood, honour to my own blood

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Das Rote Zelt der Frauen am Come-Together-Festival

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Noch immer bin ich umgeben vom Rauch des Feuers im Roten Zelt der Frauen. Erinnere mich an die warme Gemütlichkeit, die Geborgenheit, das rote sanfte Licht, den Feuerschein und die Kerzen auf den Altären im Zelt. Obwohl ich schon längst wieder zuhause in meiner Wohnung bin, fühle ich doch die starke Verbundenheit zu dem Ort, den ich mitgeholfen habe aufzubauen, zu gestalten und einzuweihen, indem wir die Kerzen und das Feuer entzündeten, mit anderen Frauen sangen und es uns auf den Decken und Kissen gemütlich machten. Wo vorher Wiese war, steht jetzt ein Dom, außen bunt und mit regenfesten Planen bedeckt, mit einem Abzug für den Rauch des Feuers versehen, innen mit allen roten Decken, Teppichen, Tüchern, Schals und Kissen rund um die Feuerstelle drapiert, die wir finden konnten. Ein paar Kisten dienen uns als Altäre, geschmückt mit roten Tüchern, selbstgemalten Bildern voller Frauenkraft, roten Windlichtern und Figuren. Es gibt eine Bücherkiste, aus der jede sich Bücher zum Lesen im Zelt nehmen kann, Papier und Stifte zum Schreiben und Malen und Informationen zum Roten Zelt.

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Lebendig wird das Zelt mit den Frauen, die es besuchen kommen. Durch den engen Eingang ins Warme schlüpfen, ihre Augen sich an das gedämpfte Licht gewöhnend. Ankommen auf einer der Decken, sich wärmend am Feuer, die anderen Frauen begrüßend und wahrnehmend. Von selbst ergeben sich Gespräche, werden Lieder gesungen, gelacht. Es ist alles rund und behaglich. Diese Kraft trage ich noch in mir.

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Offen ist das Zelt für alle Frauen und Kinder. Ein paar der Frauen haben gerade ihre Mondzeit, inklusive mir. Wir wunderbar passend. Gleich morgen werde ich wieder hinfahren und es mir gemütlich machen, der Kuchen steht schon zur Mitnahme bereit. Wir werden auch ein Programm gestalten, denn es würde uns riesig freuen, wenn sich viele Frauen im Kreis im Rote n Zelt einfinden würden, um gemeinsam zu singen, zu reden, zu lachen, Wissen auszutauschen und was immer da noch an tollem, spannenden auf uns wartet! Wir sind gespannt und freuen uns. Es ist für mich das erste Mal in so einem Rahmen und es fühlt sich unglaublich gut an, so richtig, so wie es sein sollte. Somit wünsche ich gute Träume und bis morgen!

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Alle Infos zum Fest findest du auf:

http://www.act2gether.at/events/icalrepeat.detail/2014/09/14/1268/-/come-together.html

1900 km mit zwei Kindern…

Im Mai war ich mit den Kindern per Auto bei meinem Opa in Thüringen. Ist ja eine ziemlich weite Fahrt und jetzt hab ich erst mal mehr als genug von deutschen Autobahnen, schwarzen BMWs im Rückspiegel und Raststätten-Essen…

Aber dafür ist es meinem geliebten Tal umso schöner! Eine Heilpflanze neben der anderen, Bärwurz und Frauenmantel soweit das Auge und der Erntekorb reicht!

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Meine Tasche mit dem Roten Zelt hatte ich natürlich auch dabei und so baute ich aus einer Wimpelkette, zwei roten Tüchern und Wäscheklammern einen gemütlichen Picknickplatz inmitten duftender Kräuter, einfach herrlich zum Entspannen!

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Wir machten auch einen Ausflug auf einen Aussichtsberg – das mag ich immer sehr gern, wenn man nichts als Wald rundherum sieht! Das ist dann wirklich Heimat für mich!

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An einem eher regnerischen Tag fuhr ich weiter nach Dresden, um mich mit Stefanie zu treffen, eine Rote-Zelt-Schwester(http://www.roteszelt.de/), vor lauter Reden und Träumen haben wir glatt vergessen, ein Foto von uns beiden zu machen! Aber wir werden uns zum Glück bald wiedersehen!

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Sie zeigte mir die berühmte Altstadt mit Semperoper und Frauenkirche, aber auch die andere Seite der Elte – die Neustadt! Da gab es tolle Spielplätze für die Kinder und bemalte Hinterhöfe.

Ich war sehr beeindruckt vom Flair der Stadt, sehr jung, viele Kinder, z.T. sehr alternativ und echt schön, sehr freundlich alle! Haben mir geholfen, wieder zu meinem Auto zu finden und mit den Kindern und den Zweisitzer-Kinderwagen in die Straßenbahn zu bekommen!