Finde das Licht in dir

Manchmal überwältigt mich gefühlt alles – schlechte Nachrichten, Lärm, Stress, Missstände an allen Ecken und Enden, scheinbar nichts scheint zu funktionieren und ich habe ein schlechtes Gewissen wegen jedem Tun oder Ding, das nicht nachhaltig ist. Auch keine Lösung auf Dauer, ich weiß.

Je mehr ich mich mit Nachhaltiger Entwicklung beschäftige, um so weniger verstehe ich die Welt und umso schwerer komme ich mit dem ganzen klar (seien es nun Wetterextreme, Brände, Trockenheit, viel zu warme Winter, Fast Fashion, Tierhaltung, das Anhaften an Flugzeugen, Autos und Konsum, da könnte ich nun noch einiges aufzählen, lasse es aber lieber). Andererseits gibt es auch gute Initiativen und Alternativen, Demos, Veganer Monat und solche Dinge, die wieder Mut machen. Auch ein guter Online-Artikel kann manchmal weiterhelfen, in meinem Fall einer von der Verbindungskultur und wie wir mit der Weltlage umgehen können: Mitgefühl, Handeln, aktive Selbstfürsorge, Perspektivenwechsel, mit Gleichgesinnten verbinden und Humor kultivieren – jetzt erst recht.

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Heute und auch sonst immer wieder versuche ich mich auf das Schöne und Positive zu konzentrieren, mir Wildfrauenzeit zu gönnen, Eislaufen zu gehen mit einer Freundin, meinen Morgenkaffee am Eis und am Sonntag mit den Kindern spazieren zu gehen statt mir dauernd nur den Kopf darüber zu zerbrechen (oder meinen Mann vollzujammern), was ich nicht noch alles tun sollte, um die Welt besser zu machen. Zeit zur Regeneration ist schließlich genauso wichtig. Und das Ganze darf ja auch Spaß machen. Momentan ist meine neue Lieblingsbeschäftigung am Wochenende, meinen Kindern leckeres Essen zu kochen und ihnen erst danach zu sagen, dass es vegan ist. Sie sind dann meist erstaunt, dass Gemüsegratin, Palatschinken, Lasagne und Spaghetti Bolognese auch ohne Fleisch und Milchprodukte schmecken können.

Neulich hatte ich total Lust, mal barfuß am Eis zu sein. Irgendwie bin ich schon in Imbolc-Lichtmess-Stimmung. Zog mich also weiß an, radelte zum Morgenkaffeeteich, der mittlerweile durchgefroren ist (das Eis wölbt sich schön und man kann tolle Eisskulpturen bewundern) und stellte mich aufs Eis. Schon recht frisch an die Zehen, aber fein wars! Auch der Perspektivenwechsel ist spannend – sonst schaue ich immer auf den Teich, so schaute ich nun auf meinen Morgenkaffeeplatz.

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Eine liebe Freundin sagt mir ja immer wieder: „Fokus aufs Licht“ und dazu ist ja jetzt eine gute Zeit, die Tage werden langsam wieder länger und nachmittags ist die Sonne schon länger über dem Berg als noch in den Raunächten. Mich immer wieder mit der Natur zu verbinden, hilft mir sehr und wen es interessiert, ab März gibt es auch das Naturmentoring für Frauen in Viktring, wo wir gemeinsam uns tief verbinden mit dem Kreislauf des Lebens!

Vor einiger Zeit hatte ich mir schon meine Ökobilanz für 2019 angeschaut, das macht mir Spaß und zeigt mir, wo ich stehe und was ich schon geschafft habe und was ich noch verbessern möchte. Orientieren tu ich mich an so einigen Websites, wo man den eigenen ökologischen Fußabdruck oder Rucksack berechnen kann.

 

Meine Ökobilanz 2019

Mobilität

In dem Bereich bin ich immer besonders ehrgeizig, versuche möglichst viel zu radeln und mir nur dann ein Auto auszuleihen, wenn es wirklich nicht anders geht, die Busverbindung echt nicht möglich ist oder wir zu dritt oder viert unterwegs sind. Zum Spaß habe ich auch mal geschaut, wie weit ich kommen würde mit den einzelnen Verkehrsmitteln, jeweils grob gerechnet von der Haustüre weg. Zu Fuß gehen habe ich nicht mit einbezogen, so viel ist es wohl nicht.

Flüge 0

Auto selbstgefahren 870km – da käme ich bis ca. Magdeburg

Auto mitgefahren 1760km – da wären wir bis Göteborg gekommen (war ja klar, dass ich das Richtung Norden berechne, oder 😉)

Bus 2100km – bis zum Silja-See in Mittelschweden

Radl 3700km – von der Zetterei bis zum Nordkap, wie geil ist das denn!!!?

Zug 5500km – von der Algarve bis zum Nordkap, also einmal quer durch Europa

Unterwegs war ich 2019 in Österreich, Italien (Gardasee, Verona, Venedig), Slowenien (Ljubljana), Deutschland (Thüringen, Bayern, Hamburg, Fehmarn) und Schweden (Värmland), durch Dänemark sind wir mit dem Reisebus nur im Dunkeln durchgefahren.

 

Reisen und Freizeit

Anzahl der Nächte in Hotels 4

Nächte in Privatunterkünften/Hütten 15

Nächte im Zelt 7

Nächte unterm Sternenzelt 4

Kinobesuche 1

Freizeitparks/Therme/sonstige Einrichtungen 0

Skifahren 0

Am liebsten verbringe ich ja meine Freizeit im Wald und den haben wir glücklicherweise gleich vor der Haustüre, Seen und Flüsse sind in Radfahrweite. Im Sommer konnte ich mir zum Glück von einer Freundin ein aufblasbares Kanu ausleihen.

 

Konsum

Wegwerfmondzeitprodukte 0

Schuhe gekauft 0

Schuhe repariert 1

Kleidung neu gekauft 7 Teile (Regenjacke- und Hose von Vaude, die alte war so undicht, dass es echt keinen Spaß mehr machte im Regen zu radeln, 1 Wollunterhemd fürs radeln in der kalten Jahreszeit, 2 Leggings da die alten nach mehrmaligem Flicken nicht mehr zu reparieren waren, 2 Tücher die ich mir aber hätte sparen können)

Kleidung gebraucht (1 Strickjacke, 1 paar Handschuhe fürs radeln nachdem die alten mehrere Löcher hatten) und mehrere Oberteile und Kleider von Kleidertauschkreisen und Freundinnen, etliches habe ich selbst auch weitergegeben

Kleidung repariert viele (v.a. Leggings gehen immer wieder kaputt, bei den Kindern mache ich dann meist kurze Hosen daraus, bei eingerissenen Ärmeln auch T-Shirts)

Bücher gebraucht ziemlich viele, neu auch mehrere Käufe (bei amazon aber 0)

Elektrogeräte 1 neues Handy (Shiftphone, das alte Smartphone ging nach 8 Jahren endgültig ein)

Papierverbrauch bin ich am reduzieren, verwende überwiegend recyceltes Papier und drucke nur aus, was wirklich nötig ist. Zum Glück kann ich die Steuererklärung komplett online machen!

 

Wohnen

Neue Wohnungseinrichtung 1 (Geschirrspüler, der ist nach 10 Jahren endgültig eingegangen, der neue wurde in einem heimischen kleinen Geschäft gekauft und zu uns geliefert und eingebaut)

Kerzen und Teelichter brauche ich viele, da suche ich noch nach etwas nachhaltigerem

Weihnachten 0 Baum (heuer das erste mal ohne, die Kinder waren anfangs nicht begeistert, aber wir haben einen uralten aus Kunststoff und suchten im Wald noch nach ein paar Zweigen, fanden sogar eine abgerissene kleine Fichte, die wir dann schmückten)

Möchte noch auf Ökostrom umsteigen, ein Teil unseres Stroms erzeugt die Solaranlage auf dem Dach

 

Ernährung

Seit letztem Jahr lebe ich überwiegend vegetarisch und habe auch meine Familie dazu „genötigt“. Immer mehr (auch angeregt durch die ganzen Challenges und Veganuary etc.) koche ich auch vegan, möchte mir aber keinen Stress machen, wenn es mal nicht klappt (unterwegs, unser Supermarkt hier hat halt nur ganz wenig usw.).

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Da könnte ich jetzt schon noch mehr Sachen aufzählen, aber es ist genug! Das soll hier ja ein Artikel über „finde dein inneres Licht“ sein und nicht nur ein schlechtes Gewissen machen oder ein ungutes Gefühl hinterlassen 😉. Für einen Jahresrückblick ist es irgendwie auch schon wieder recht spät… was für ein Chaos… man merkt, dass ich gerade am Übergang zur prämenstruellen Phase bin – alles durcheinander, aber mir egal!

Vom Individuum auf die Gemeinschaftsebene – uns engagieren

Schön und gut, wenn ich diese ganzen Dinge für mich und meine Familie mache und ich denke, jeder sollte seinen Beitrag leisten so gut es eben geht. Darüber hinaus können wir uns engagieren, da habe ich eh immer wieder einiges genannt. Auf Demos gehen, sich lokalen Gruppen anschließen, Petitionen unterschreiben, Spenden. Mails schreiben an Firmen mit Ideen für mehr Nachhaltigkeit. Auch bei unserem lokalen Supermarkt frage ich immer wieder nach, ob sie nicht einen Fairtrade-Kaffee ins Programm nehmen können, auf Obstsackerl verzichten wollen, warum sie denn mitten im Sommer unverpackte Tomaten aus Holland, aber nur in Plastik verpackte Tomaten aus Österreich dahaben. Das sorgt erst für Verwirrung, aber sie nehmen es freundlich zur Kenntnis und haben manches davon auch umgesetzt. Und immer wieder uns mit Gleichgesinnten verbinden, sei es nun über soziale Medien, auf der Demo oder wo auch immer. Manchmal habe ich aber auch nicht die Zeit und Lust wohin zu radeln. Mein „Protestfahrrad“ kennt aber in der Gegend hier schon fast jeder 😉

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Nun denn, was ist nun mit dem inneren Licht? Schon gefunden? Naja, geht so. Manchmal stelle ich es mir einfach vor, wie es leuchtet und in mir brennt und wie es sich verbreitet in die Welt da draußen… also einen lieben lichtvollen Gruß von mir ❤

geschrieben am Zyklustag 17

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4 Kommentare zu „Finde das Licht in dir

  1. Man kann nicht so viel machen, was Nachhaltigkeit betrifft, nur das Seine. Finde ich. Aber darüber reden und schreiben ist schon sehr viel. Da weiß man, dass man nicht allein ist. 🙂

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  2. Liebe Elania, fühl dich herzlich umarmt von einer die sooo gut verstehenden Seele … aber du machst doch wirklich viel … wenn jeder das auch probieren würde … die Welt wäre schon viel „gesünder“. ich bin ja nun ein ganzes Stück älter als du … erlaube mir, in kleinen Schritten umzustellen, was hier so geht. Habe noch nie viel KosmetikProdukte gebraucht, nun mache ich fast alles selbst. Seife sieden, diese wird genutzt von Kopf bis Fuß. mein Mann macht mit, also brauchen wir kein Shampoo, kein Duschgel, keine Seife. Auch Lippenpflege und DeoCreme geht gut. Im Haushalt vieles ersetzt … auch da geht toll mit Produkten direkt aus der Natur reinigen. Ja, auch nur recyceltes Papier … gekocht wird ziemlich vegan, wenn das keiner weiß, wird hier auch alels gegessen. Ich habe 3 Monate streng vegan gelebt, und das ging gut. Aber … ich mag gerne Eier … hier direkt vom Nachbarn, sie haben so viel Wiese zum scharren … und auch Käse mag ich gerne … von den Milchkühen des Bauern aus dem Nachbarort … morgens raus aus em Stall … abends rein … und das Fleisch, das wir doch ab und zu essen, kommt auch von dort. Fisch ist ein Problem … mag ich … aber hier gibt es nur Forelle von ortsansässigen Anglern … nehm ich auch ab und zu. Und werde auch in 2020 weiter daran arbeiten, gesund zu kochen. Gesund für Tiere, uns Menschen, die Mutter Natur … da geht noch mehr …. Klamotten brauch ich auch nie viel … wenn neu, versuche ich auch über fair trade zu kaufen … Kaffee trinke ich nicht … Tee … und das Wasser hier aus den Quellen … schmeckt lecker … und immer achtsam nehmen und gerne wieder zurück geben. Ja, und schauen, wo ich noch mit Liebe was geben und verbessern kann …. Und wenn jeder so ein bisserl was tut, dann wird das schon ganz schön viel … bleiben wir dran. Und SEOM (Sänger und Autor) hab ich mir auch genauer angesehen … gefällt mir sehr … ja, solche Infos (hab ich von ner lieben Freundin) öffnen andere Richtungen … Blickwinkel … tut gut ❤ Danke für deinen schönen Bericht. Alles Liebe, Dani … PS: Und DU und Dein Licht … ey, das leuchtet bis hier her … mach einfach weiter so … sei DU ❤ ❤ ❤

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