Wildfrauen-Sommerzeit

Sommer bedeutet für mich Baden in Flüssen und Seen, so viel Wildfrauenzeit wie möglich und draußen schlafen, zu Mittsommer vor allem Walderdbeeren, Glühwürmchen und der betörende Glücksduft des gelben Labkrautes. Aber da sind auch Stress, Hitze, Gedanken des Mangels und der Unzulänglichkeit, ein Innehalten, Reflektieren und Überprüfen der ersten Jahreshälfte.
Im Juni ging es für mich irgendwie darum, mit mir in Verbindung zu kommen, zu sein und auch zu bleiben. Bin ich es nämlich nicht, werde ich in vielen Dingen unsicher, höre nicht mehr auf meine innere Stimme, bin nur noch in grüblerischen Gedanken anstatt in der Fülle des Seins. Vieles kommt mir dann unwirklich vor, ich funktioniere nur noch, komme mir unkreativ vor und habe das Gefühl, nichts auf die Reihe zu bekommen. Die letzten Jahre war das interessanterweise genauso um diese Jahreszeit und bei einem Gespräch mit einer lieben Freundin kamen wir drauf, dass es ihr ähnlich ergeht. Neulich habe ich auch mal von dem Mittsommer-Pendant zu den mittwinterlichen Raunächten gehört und das fühlt sich für mich durchaus stimmig an. So ein Hineingeworfen-Sein in Fragen wie „macht das alles noch Sinn? Was mache ich hier überhaupt?“. Innehalten, mehr im Jetzt-Sein. Schwierig oft nach den trubeligen Frühlings- und Vorferien-Zeiten. Uns Zeit lassen, so richtig im Sommer anzukommen. Die Hitze lädt ja sowieso ein, Siesta zu halten!

Meinem Bewegungsdrang war jedenfalls nicht nach Siesta – ganz im Gegenteil… von 1. Juni bis 7.Juli radelte ich über 500km… schreibe es gerade ein wenig mit auf Kärntenradelt und bin erstaunt, was da zusammenkommt… nun gut, ein Arbeitstag = 20km. Ein Wildfrauenausflug bis zu 60km. Wandern war ich und Baden (in der Sattnitz, im Wörthersee, im Rauschelesee, im Keutschacher See und in ein paar anderen Gewässern). Seit ein paar Tagen fühle ich mich allerdings etwas erschöpft…

 

 

Zur Sommersonnenwende gab es einen wundervollen Frauenkreis vom Spielraum Natur mit einer sehr kraftvollen Meditation und einem Feuerritual! Wow!

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Der gab mir dann auch ordentlich viel Kraft für meine Reise nach Thüringen, die ziemlich emotional wurde, war es doch das erste Mal in meiner Heimat ohne meine Großeltern… Nur noch die Bärwurzwiesen, die schiefergedeckten Häuser, das vertraute Lied des Waldes… Konnte bei einer lieben Bekannten in einer Hütte auf ihrem Grundstück übernachten, das war so wundervoll dort… keine Straßenlaternen, kein Straßenlärm, der Wanderweg hinterm Haus, ein Bach gleich unterhalb und seeeehr abenteuerlich da hinzukommen mit Öffis. But we made it!

 

Die Woche war erfüllt mit schönen Begegnungen, den ganzen Tag draußen sein, jede Richtung erkunden, im Bach baden, mein Lieblings-Thüringer-Wald-Gras streicheln, Bärwurz schnuppern und essen, Sonnenuntergänge bestaunen…

 

 

 

Und das Beste: draußen schlafen!!! Einfach Matte und Schlafsack schnappen und im Dunkeln (nachdem die Gelsen und Bremsen nämlich schlafen gegangen sind) aus der Hütte und irgendwo hinlegen. Was für ein Luxus!! Ich hab zwar noch nie in einem 5SterneHotel geschlafen, aber mir ist ein 1000Sterne Hotel glaube ich definitiv lieber!!! Diese Sterne, unglaublich schön! Glühwürmchen schwirren über mir, eine Sternschnuppe zwischen den schwarzen Bäumen… das ist das pure Glück für mich… ich hab soooo gut geschlafen!!!! Danke so sehr an meine liebe Bekannte für diese Möglichkeit!!!

 

 

Die Rückfahrt war auch wieder sehr spannend, aber mit schnellem Rennen beim Umsteigen geschafft… und auch wenn ich viele über die Bahn lästern höre, so bin ich doch bis jetzt immer noch gut ans Ziel gekommen – und ich finde für eine 11 Stunden Zug Fahrt von Thüringen nach Kärnten 40€ auch mehr als erschwinglich (hab frühzeitig gebucht).

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Seit meiner Rückkehr war ich sehr dankbar für den Austausch mit meinen Freundinnen. Auch so zwecks Perfektionismus. Was hatten wir für einen Spaß, als wir so am Bach saßen und uns vorstellten, wie denn die perfekte Wildfrau so wäre. Immer verbunden, immer ganz bei sich und gleichzeitig präsent und wach im Außen. Sie ernährt sich natürlich nur von den Pflanzen, die sie draußen findet, schläft bei den Tieren im Wald, näht sich ihre Kleidung aus Pflanzenschnüren… etc… das hat dann schnell mal das Bild relativiert, was man sich schnell mal macht von Instagram, Facebook und Homepages… ich bin alles andere als perfekt und mach mir jetzt auch keinen Stress, einen perfekten Blogartikel mit perfekten Fotos zu zeigen! Und zu wissen, dass es den anderen ja gleich geht, erleichtert schon ungemein! Die andere perfekte Wildfrau ist übrigens Alexandra vom Spielraum Natur 😉 schaut gerne mal hin, wir planen gemeinsam das perfekte Naturmentoring für euch!

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Mein schon erwähntes 100Tage Projekt #100dayofmywildheartself sind nun auch zu Ende… schauen wir mal… es war jedenfalls sehr spannend und ist es immer noch! Eine tiefe Reise in mein Innerstes… wer bin ich? wer kann ich sein? wie möchte ich sein?

 

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Thema jetzt in mir war auch immer wieder Hingabe und Ideen, die in mir sind, auch wirklich einfach zu tun. Rituale nicht nur in meinem Kopf durchführen, sondern rausgehen und machen! Mir nicht nur vorstellen, wie ich mich mit der Erde verbinde, sondern mich einfach auf sie legen und sie spüren! Wie fühlt es sich an, wenn ich mich wirklich hingebe? Diesem Moment, der jetzt gerade ist? Ich mich auf den Waldboden lege und den Duft der Erde atme, das Moos unter meinen Händen spüre. Ich in die Kronen der Bäume schaue, langsam die Augen schließe und mich von Mutter Erde tragen lasse. Ich meine Arme und gleichzeitig mein Herz öffne mit jedem tiefen Atemzug. Wie schön auf einmal alles um mich herum erscheint?

 

Nun gut, im Wald geht es leicht… und zu Hause? In der Arbeit? Da arbeite ich noch dran, bin ja nicht perfekt 😉

Jedenfalls genieße ich gerade das frisch geerntete Labkraut neben mir, es duftet beim Schreiben und ich bin dankbar für unsere schöne Erde, die wir auch entsprechend behandeln sollten. Dankbar für meine Freundinnen, meine Familie, meine Arbeit und die tollen Erlebnisse. Und ich freue mich riesig, dass bald eine ganz liebe Freundin zu uns zu Besuch kommt und auch gleich noch ein Gartenkonzert gibt (Karten gibt es hier)

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2 Kommentare zu „Wildfrauen-Sommerzeit

  1. Sooo schön erzählt hast Du wieder, liebe Elaria. Hab dank für deine lieben Worte … ehrlich und offen … hilfreich … und ja, perfekt bin ich auch nicht … wer ist das schon? Gibt es das? Ist es erstrebenswert? … Glücklich … zufrieden … ehrlich … echt … einfach ICH … und du bist mir da eine tolle Hilfe … Danke. alles Liebe ❤ ❤

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