Ein Abend im Roten Zelt

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Entzünde das Feuer und die Kerzen im Roten Zelt. Der Abend senkt sich leise übers Land, lange Schatten am Seerosenteich neben uns. Erst alleine, dann zu zweit sitzen wir im Zelt gemütlich auf Kissen und Decken. Langsam wird es warm, das Feuer brennt licht und hell, das Innere des Zeltes leuchtet rot, malt Flammenspiel auf die Gesichter der Frauen, flackernde Kerzen am rot geschmückten Altar. Eine dritte Frau gesellt sich zu uns, eine stellt eine Frage und wir reden darüber, eine jede findet spannende Antworten und Erkenntnisse für sich, spricht ihre Gedanken und Gefühle aus im geschützten Raum. Eine vierte Frau setzt sich zu uns, eine neue Frage, neue spannende Geschichten und Erlebnisse werden ausgetauscht. Ich lege Holz nach, das uns wärmen wird, stelle einen Topf mit Kräutertee aufs Feuer. Wir reden und lachen, verbinden uns, schwingen uns aufeinander ein. Eine Frau geht und vier andere schauen vorbei. Warm und gemütlich und friedliche ist es, nährend und liebevoll, lustig und spannend. Wir trinken Tee, ziehen Göttinnen-Karten, schauen ins Feuer, lauschen in uns und geben von uns preis, was wir wollen. Vier Frauen gehen, eine andere liebe Frau kommt, so schön sie zu sehen. Ein weiteres Thema, weitere Geschichten, es geht um Dankbarkeit und das, was uns nährt. Wir massieren uns gegenseitig die Hände mit duftendem Rosenöl. Frieden im Herzen, genährte Seele. Eine Frau schaut kurz vorbei, bekommt Tee und Rosenöl, wird willkommen geheißen im Kreis so wie jeder einzelne von uns. Ich bin unendlich dankbar für diesen Raum, für dieses Rote Zelt. Längst ist die Mitte der Nacht erreicht, das Feuer heruntergebrannt zu wärmender Glut, das Sternenrad dreht sich weiter. Wohl geborgen bin ich. Verbundenheit, Zugehörigkeit spüren wir hier. Wir alle sind miteinander verbunden, Teil des riesigen Netzwerkes des Lebens. Hier im Roten Zelt können wir das spüren. Danke und Gute Nacht! Eine Frau schläft im Roten Zelt, geborgen von Frauenkraft und Liebe. Ein Abend im Roten Zelt der Frauen.

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Mondzeit im Roten Zelt

Manchmal kann ich es noch immer nicht so recht glauben, dass da wirklich gerade ein Rotes Zelt steht und wir jederzeit hinein gehen können, Frauenkraft spüren können, gemeinsam singen und reden und allein sein, wenn uns danach ist. Wo ein gemütliches Feuer brennt und ein paar rote Windlichter das Zelt in gedämpftes rotes Licht tauchen, Geborgenheit und Aufgehoben-Sein ausstrahlend.

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Passenderweise habe ich meine Mondzeit und so sitze ich im Zelt, eingehüllt in eine warme Decke, aufs Feuer blickend, den tanzenden Flammen zusehend, vor mich hin träumend mit einer heißen Tasse Schafgarbentee in meiner Hand. Manusha packt ihre Gitarre aus, spielt und singt Lieder für Mutter Erde, während ihre Kinder das Feuer hüten. Dann singe ich ihr ein paar Lieder vor und lese schöne Mondzeit-Texte aus den Büchern in der Bücherkiste vor. Eine friedliche Stimmung ist in mir, ruhig und gelassen fühle ich mich hier und jetzt. Wir reden noch eine Weile, ehe ich wieder nach Hause fahre. Die Stimmung nehme ich mit. Und ich komme bald wieder. Zu Hause bin ich manchmal immer noch berührt vom Roten Zelt. Obwohl ich schon in anderen Menstruationshütten war und Roten Zelten, so ist es doch jedes Mal anders und immer etwas ganz Eigenes, Besonderes.

Eines der Lieder, die ich gesungen habe, war von Carolyn Hillyer vom Album „Old Silverhead“ (sehr empfehlenswert übrigens, es gibt auch ein Büchlein auf Deutsch dazu, das „Haus der Frauen“)

I am traveling in moon waters, I am flowing in moon waters,
I am growing in moon waters, new woman in moon waters,
standing at holy doors, open up, open up and I shall enter
honour to my mothers blood, honour to my sisters blood, honour to my own blood

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Das Rote Zelt der Frauen am Come-Together-Festival

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Noch immer bin ich umgeben vom Rauch des Feuers im Roten Zelt der Frauen. Erinnere mich an die warme Gemütlichkeit, die Geborgenheit, das rote sanfte Licht, den Feuerschein und die Kerzen auf den Altären im Zelt. Obwohl ich schon längst wieder zuhause in meiner Wohnung bin, fühle ich doch die starke Verbundenheit zu dem Ort, den ich mitgeholfen habe aufzubauen, zu gestalten und einzuweihen, indem wir die Kerzen und das Feuer entzündeten, mit anderen Frauen sangen und es uns auf den Decken und Kissen gemütlich machten. Wo vorher Wiese war, steht jetzt ein Dom, außen bunt und mit regenfesten Planen bedeckt, mit einem Abzug für den Rauch des Feuers versehen, innen mit allen roten Decken, Teppichen, Tüchern, Schals und Kissen rund um die Feuerstelle drapiert, die wir finden konnten. Ein paar Kisten dienen uns als Altäre, geschmückt mit roten Tüchern, selbstgemalten Bildern voller Frauenkraft, roten Windlichtern und Figuren. Es gibt eine Bücherkiste, aus der jede sich Bücher zum Lesen im Zelt nehmen kann, Papier und Stifte zum Schreiben und Malen und Informationen zum Roten Zelt.

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Lebendig wird das Zelt mit den Frauen, die es besuchen kommen. Durch den engen Eingang ins Warme schlüpfen, ihre Augen sich an das gedämpfte Licht gewöhnend. Ankommen auf einer der Decken, sich wärmend am Feuer, die anderen Frauen begrüßend und wahrnehmend. Von selbst ergeben sich Gespräche, werden Lieder gesungen, gelacht. Es ist alles rund und behaglich. Diese Kraft trage ich noch in mir.

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Offen ist das Zelt für alle Frauen und Kinder. Ein paar der Frauen haben gerade ihre Mondzeit, inklusive mir. Wir wunderbar passend. Gleich morgen werde ich wieder hinfahren und es mir gemütlich machen, der Kuchen steht schon zur Mitnahme bereit. Wir werden auch ein Programm gestalten, denn es würde uns riesig freuen, wenn sich viele Frauen im Kreis im Rote n Zelt einfinden würden, um gemeinsam zu singen, zu reden, zu lachen, Wissen auszutauschen und was immer da noch an tollem, spannenden auf uns wartet! Wir sind gespannt und freuen uns. Es ist für mich das erste Mal in so einem Rahmen und es fühlt sich unglaublich gut an, so richtig, so wie es sein sollte. Somit wünsche ich gute Träume und bis morgen!

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Alle Infos zum Fest findest du auf:

http://www.act2gether.at/events/icalrepeat.detail/2014/09/14/1268/-/come-together.html