Schweden – die Anreise

Schon jetzt kommt es mir unwirklich vor, dass ich jemals in Schweden war… So lange ist es ja noch gar nicht her… Aber der Alltag kehrt schnell wieder ein, Arbeit, Kinder, Haushalt… An sich ja wieder gut, da es ins Hier und Jetzt bringt und die Gedanken an die Vergangenheit, das melancholische Nachhängen des viel besseren und schöneren Urlaubs zu vertreiben mag.

Es war wieder eine wundervolle Erfahrung – wie immer gespickt mit Abenteuern, hilfreichen und schmerzhaften Erkenntnissen und jeder Menge Natur und Draußensein. Dieses Jahr waren meine Wanderschuhe kein einziges Mal wirklich nass – eine absolute Premiere 😉 normalerweise waren sie eigentlich mindestens einmal komplett durch! Auch nasses Zelt, nasser Schlafsack und nasse Kleidung sind mir erspart geblieben, genauso wie übermäßige Mückenplagen oder zu wenig zu essen. Außerdem war ich glaube ich noch nie so viel baden wie dieses Jahr (Meer und Seen) und Feuer hab ich fast jeden Abend gehabt. Das Gebiet, in dem ich heuer war, ist dafür perfekt geeignet – die vollkommene Kombination aus Meer, Wald, Bergen und Seen. Wahnsinnig schön! Nicht ganz so abgelegen wie letztes Jahr, gut erreichbar und fast überall Handyempfang (das mag manchmal gut sein, aber manchmal auch zu verführerisch…). Im Nationalpark Skuleskogen gibt es tolle Plätze zum Zelten, gratis (!!!!) Hütten und Feuerstellen mit genug Feuerholz! Man kann tagelang herumstreunen im Wald, am Strand, in Höhlen… ein Platz schöner wie der andere, manche frequentierter als andere, aber immer genug Freiheit und Abgeschiedenheit, Stille… *seufz*

Die Anreise war allerdings etwas langwierig… Memo an mich: Liegewagen unbedingt rechtzeitig buchen, wenn ich nicht wieder die Nacht auf irgendwelchen Bahnhöfen verbringen möchte… Von meiner Haustüre bis nach Stockholm sind es knapp 30 Zugstunden…

Als ich auf der Fähre von Deutschland nach Dänemark stand, die frische Meeresbrise in meinen Haaren spielte, hatte ich so ein richtig tolles Gefühl von Freiheit, einfach unglaublich! Ich war hier, endlich allein, konnte tun und lassen, was ich wollte! Als ich an Deck ging, versank gerade die Sonne im Meer…

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Danach war ich dann einfach nur noch müde, in Kopenhagen kam ich um 00:28 an und da es dort nicht mal Bänke zum Hinlegen gibt, fuhr ich weiter zum Flughafen, wo mir dankenswerterweise eine Mitreisende ein paar mehr oder weniger gemütliche Plätzchen zeigte, wo frau sich zumindest mal ausstrecken konnte… so lag ich also zwei Stunden da herum, ehe es mit dem ersten Zug um kurz nach 3 Uhr Nachts nach Malmö ging, wo schon Morgendämmerung war und mir die Venus am Himmel zuzwinkerte…

 

Mit dem ersten Zug um kurz nach 5 ging es dann endlich nach Stockholm… dort noch ein paar Lebensmittel eingekauft und zu „meinem“ Platz am Rand des Tyresta-Nationalparks mit dem Bus, Zelt aufbauen, was essen und am See im Sonnenlicht endlich schlafen… uff, war ich fertig…

Nach einer Nacht mit mehr Schlaf ging es gleich viel besser… nun ging es noch mal knapp 6 Zugstunden gen Norden, nach Örnsköldsvik und zum Start des Höga-Kusten-Leden, der gleich durch den Bahnhof führt, sehr praktisch 😉

Das Wetter war einfach nur ein Traum – sonnig und warm, erstmal ein erfrischendes Bad im See 20 min vom Bahnhof entfernt, wo ich auch die Nacht verbringen wollte. Kurz darauf zog mal ein Gewitter durch und ich machte es mir im Windschutz gemütlich, ging früh schlafen.

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Wachte immer mal auf, da war wieder klarer Himmel und dunkel wurde es ja nicht ganz, immer nur dämmrig. Irgendwann muss ich wohl ganz tief eingeschlafen sein, denn als ich wach wurde, war es komplett neblig und ein ungutes Gefühl in mir, das etwas Wichtiges fehlte und etwas nicht stimmte!

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Als ich meine Sachen, die ich ganz nah bei mir gehabt hatte, durchsuchte, war meine Tasche mit einigen der Wertgegenstände verschwunden… oh sch… ich schob mal kurz Panik, ehe ich raus aus der Hütte schaute und die Umgebung absuchte.. Tatsächlich, in einiger Entfernung lag die Tasche – mit einem riesigen Brandloch und allem drinnen, inkl. Bargeld, Handy, Kamera… Ok… Wer macht sowas??

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Ich war erstmal einfach nur froh, dass nichts weggekommen war, trotzdem packte ich so schnell es ging meine Sachen und schaute, dass ich weg kam. Es war erst 6 Uhr früh und kein Mensch unterwegs… Hatte an sich einen Bus nehmen wollen, um in den Nationalpark zu kommen, nun war ich halt früh dran und erholte mich von dem Schock… derweil hatte ich mich in Schweden immer sicher gefühlt, wie oft hatte ich schon in solchen offenen Hütten geschlafen! Sollte wohl die Sachen besser sichern, an mir festbinden oder so…?

 

Jedenfalls ging es mir an sich wieder gut, frohen Mutes marschierte ich die knapp 10 Kilometer in den Nationalpark, unterwegs kaufte ich Lebensmittel ein und sang ein paar Lieder vor mich hin, das tat gut 😉

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Das Laufen tat gut, auch wenn es natürlich nach einer Weile anstrengend war, aber ich war unterwegs in Schweden, hatte alles bei mir, was ich wirklich brauchte und setzte einfach einen Fuß vor den anderen….

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Ok, für heute was es das erstmal, aber der Bericht der Reise wird weitergehen 😉

 

 

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