Das erste Rote Zelt in der Villa Maria Klagenfurt

 

War etwas aufgeregt, als ich alle roten Sachen in meinem Zimmer zusammensuchte und in zwei großen Kisten verstaute. Danach wirkte es seltsam leer so ohne Gemälde an den Wänden und ohne rote Vorhänge. Es regnete, als ich das Haus verließ und zur Villa Maria fuhr, in der noch eine Geburtstagsfeier im Gange war, was mich kurzfristig etwas stresste, wollte ich doch in Ruhe aufbauen und ausprobieren, wie es wohl aussehen würde.

willkommen

Ein paar Kinder waren noch da und fragten gleich, was ich da tue und warum das alles rot sei. Die Farbe für Frauen sei doch rosa oder pink meinten sie, woraufhin ich antwortete, dass das ja für Mädchen gelten möge, aber nicht für mich erwachsene, starke, kraftvolle Frau 😉 Jedenfalls spielten sie gleich mal im Roten Zelt, während ich ringsherum meine Bilder auf tücherverhangenen Kisten aufstellte, Windlichter verteilte und Bücher auflegte.

kleines zelt

Bald wurde es ruhig und die ersten Frauen trafen ein, während der Regen draußen in Schnee überging und alles in friedliche Winterstimmung tauchte. Mittlerweile brannten im Raum auch nur noch viele Kerzen und eine richtig warme, gemütliche Atmosphäre entstand. Wir tranken Tee, knabberten Nüsse und kamen erstmal richtig an, plauderten ein wenig, bis noch zwei Frauen im wahrsten Sinne des Wortes hineinschneiten. Nun waren wir 6 Frauen, im Alter von 29 bis 80 Jahren, was ich besonders schön fand, so eine gute Mischung zu haben!

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Wir machten es uns im Roten Zelt bequem, sangen gemeinsam ein Lied, spürten ihm nach, ich las eine schöne Textstelle vor und wir hielten einen wundervollen Redekreis ab, bei dem wir uns an den Händen hielten und immer wieder den Worten der weisen Frau in unserem Kreis lauschten, welch Geschenk! Es war sehr berührend!

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Als es schon etwas unbequem wurde im Schneidersitz, massierten wir uns gegenseitig den Rücken im Kreis, so dass jede Berührung gab und gleichzeitig welche erhielt. Vor dem Zelt machten wir noch einen improvisierten Kreistanz.

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Mittlerweile war der Neuschnee draußen schon 10 cm dick und als Abschluss webten wir noch ein Netz aus roten Fäden zwischen uns, legten unsere Hände auf den Boden und spürten unsere Verbundenheit. Es war unglaublich nährend und heilsam, was zwischen uns entstanden war in den knapp 3 Stunden! Wir plauderten noch, ehe ich anfing, alles wieder abzubauen und zu verstauen.

Erst musste ich noch mein Auto freischaufeln, ehe ich einladen konnte, aber zum Ausladen hatte ich dann keine Lust mehr, als ich nach Schneefahrbahn nach Hause kam. Aber ich schlief unglaublich gut und tief in der Nacht, ganz erfüllt und genährt vom Roten Zelt der Frauen!

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