Julzeit

Mein Altar mit meinem Gemälde von der Percht und meiner Filzgöttin, ich habe ihr schon meine Spindeln gegeben, da ich die Arbeit in den Rauhnächten nun ruhen lasse…

Nachdem der meiste  schöne Schnee leider wieder weg, kann ich immerhin das darunter sprießende Grün wie hier die Vogelmiere genießen…

Aus Fichtenzweigen band ich mir eine Lebensrute – damit können wir uns abstreichen oder sanft abklopfen, um Gesundheit und Glück zu bringen…

Noch ein Schneerest im Eichenwald…

Meine Freunde, die vierstämmige Eiche…

Ein Eichenblatt größer als meine Hand!

Winterstimmung im Wald…

Robinienhain vor dem frostüberzogenen Sattnitzbergmassiv…

Die untergehende Sonne spiegelt sich auf dem Eis…

auf dem Weg kam ich auch an einer vierstämmigen Erle vorbei…

Ein Farn schaut aus seinem Schneebett hervor…

bald schon ging die Sonne hinter dem Berg unter…

die roten Beeren des Schneeballs leuchteten…

Die Einsamkeit des Alltags

Fünf Tage lang teilte ich ein Zeltlager mit drei Frauen und unseren insgesamt 5 Kindern. Es fühlte sich so natürlich an, so, wie es eigentlich sein sollte. Wir schauten gegenseitig auf die Kleinen, kochten zusammen, aßen unter den duftenden Pinien, badeten und sangen für den Sonnenuntergang am Meer, schliefen unter den Sternen. Selbst unsere Gebärmütter taten sich zusammen und wir bluteten zur gleichen Zeit.

Es schien das Paradies zu sein. Könnte so etwas nicht immer sein? Würde es auch irgendwann im Desaster enden? War es nur deswegen so schön, weil es nur für einen Urlaub war?

Nach zwei Tagen alleine zu Hause mit den Kindern, nachdem alles ausgepackt, gewaschen und verstaut war, kam der triste Alltag zurück. Alles erschien wieder so kompliziert, so viele unnütze Dinge um mich herum und niemand, mit dem ich meine Gedanken teilen konnte. Wie vor dem Urlaub auch fühlte ich mich isoliert, allein und einsam. Mal hier und da ein Telefonat, ein bis zwei Mal die Woche können wir mal eine Freundin treffen, aber ansonsten bin ich alleine zu Hause mit den beiden kleinen Kindern. Sicher können wir mal spazieren oder auf den Spielplatz gehen. Abends warte ich darauf, dass endlich mein Mann von der Arbeit kommt, endlich jemand, mit dem ich „normal“ reden kann. Ich liebe meine Kinder, keine Frage, ich kann auch die Zeit mit ihnen manchmal genießen, aber ich bin trotzdem alleine. Während in den Häusern rundherum genau das gleiche geschieht – kochen, waschen, Kinder bespielen, aufräumen – sind wir dennoch einsam. Ich verzweifle zunehmend daran. Oft habe ich ein schlechtes Gewissen wegen meinen Gefühlen, dass es für mich nicht so ist, wie es sein sollte. Wie war das mit dem schlauen Spruch, dass es ein ganzes Dorf braucht, um ein Kind großzuziehen?

Niemals hätte ich mir das vorstellen können, wie das ist, nun fast drei Jahre lang zu Hause die Hausfrau und Mutter zu sein. Es war irgendwie klar, dass ich zu meinem Mann ziehen würde, er hatte Arbeit, ich nicht. Meine Eltern wohnen nun 2,5 Stunden mit dem Auto von uns entfernt. Meine Schwiegermutter arbeitet. Wir haben bis auf eine Freundin niemanden, der mal schauen kann. Selbst wenn wir ab und an mal weg können, deswegen ist die Einsamkeit des Alltags immer noch da. Manchmal gehe ich freiwillig in ein großes Einkaufszentrum, damit ich Leute um mich habe, nicht alleine bin. Wenn die Kinder manchmal mittags schlafen, sitze ich vor dem Computer und hoffe darauf, mit jemandem chatten zu können über das Internet. Facebook statt Mütterclan.

Noreia und die Drei Bethen in Wieting….

Im sagenumwobenen Görtschitztal in Kärnten ist einiges los….Berge zu beiden Seiten, malerische Felsen und Höhlen, in denen einst die Billeweiß, die weisen und saligen Frauen wohnten, Frauenluken und heilige Quellen der Saualpe, die ins Tal fließen und sich mit der Görtschitz vereinen.

In Wieting gibt es eine Sitzstatue, die schon von vielen Frauen-Generationen aufgesucht wurde, um Kindersegen zu erbitten. Der Schoß der Frauenfigur ist ganz abgenutzt und auch wir gingen zu ihr, um für eine Freundin für Kinder zu bitten. Meine beiden durften auch mal rutschen, und ich bedankte mich bei der Göttin für diesen Segen. An ihren Rücken legten wir Opfergaben in die kleine Nische hinein.

In der Pfarrkirche am Hochaltar befinden sich geschnitzte Holzfiguren aus dem Jahre 1674 der Heiligen Katharina, Margaretha (der die Kirche geweiht ist) und Barbara, darüber eine Madonna mit Strahlenkranz. Ein anwesender Kirchenmitarbeiter wusste nicht einmal die Namen der Heiligen, die er da anbetete… diese „drei heiligen Madln“ sind die Nachfolgerinnen der ursprünglichen Göttinnen-Dreiheit Wilbeth, Ambeth und Borbeth, also der weißen, roten und schwarzen Göttin! Diese Figuren hier tragen alle Palmzweige in den Händen, Margaretha einen Stab und eine Krone und Katharina im weißen Kleid einen Becher…