Dankbarkeit – die Woche der Vielfalt

Es ist Freitagnacht, kurz vor Mitternacht und ich kann nicht schlafen. Draußen fegt der Sturm ums Haus, in meinem Bett ist es kuschlig warm und die Woche zieht noch einmal an mir vorbei. In meinen Waden spüre ich Muskelkater, da ich fast 100km auf zum Teil ziemlich schlammigen Wegen geradelt bin. Voller Dankbarkeit schaue ich zurück auf all das, was ich erleben durfte. Langweilig war mir gewiss nicht. Es war eine bunte Mischung aus Arbeit, Tanz, Vollmondinstimmung, guten Gesprächen, Familienzeit und Kreativität…
Zu Beginn der Woche prägte vor allem der nahende Vollmond meine Stimmung… so etwas magisches, aufgeladenes, kraftvolles, sinnliches lag in der noch kühlen Winterluft. Ließ mich von lauen Sommernächten träumen, an denen ich mich nackt im Mondlicht wälzen könnte… nun gut, lag vermutlich auch großteils daran, dass ich da meine Eisprung-Zeit hatte 😉


Frühs ist der 5km lange Radweg durch die Au noch gefroren, nachmittags dann eine einzige Schlammgrube, die Reifen versinken im Matsch, es wird echt schwer voranzukommen und manchmal wich ich auch auf die Straße aus, was ich sehr ungern mache, da ich nicht gerne Autos hinter mir (diese Drängelei…) oder vor mir (dieser Gestank…) habe. Meinen Morgenkaffee auf „meiner Bank“ ließ ich mir natürlich nicht nehmen! Den Vögeln lauschen, den Bussarden beim Kreisen zusehen und dem Schnee beim Schmelzen…

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Irgendwie tat es gut, in der Arbeit strukturiert zu arbeiten, Inventur zu machen, neue Ware einzubuchen. Guter Ausgleich zum künstlerischen Chaos daheim. Nach der Arbeit ist es ja schon dunkel und in der Au mache ich das Radlicht aus, um die Wintersternbilder und die volle Mondin zu genießen. Durch die wundervolle Nacht zu fliegen…

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Da mein Handy spinnt und man nie weiß, wann es wieder nicht funktioniert, telefonierte ich mit meinem Opi, dem es leider gar nicht gut geht, mit meiner Schwester und meinen Eltern. Genoss die leere, himmlisch ruhige Wohnung, wenn die Kids in der Schule sind und filzte ein wenig. Machte am Nachmittag einen Spaziergang, nachdem ich ganz aufgedreht und unruhig war, machte Reisepläne für Schweden und eine längere Radltour… das kratzt mich immer ordentlich auf, wie geht es am besten, wohin, wie komme ich hin, erwachende Abenteuerlust… Im Wald hielt ich es auch nicht lange an einem Ort aus, aber das war ok, ich entdeckte tolle Sachen, hing mal in einem Gestrüpp fest und fand eine tolle große Eiche…

 


Am Vollmondabend hatte die Tochter einen Chorauftritt, wo wir alle mit dem Rad die 3km hinfuhren. Gerade da ging die volle Mondin über der Au auf, wow!!! Was für ein Anblick, die Kinder staunten. Wir waren natürlich die einzigen, die radelten… alle anderen veranstalteten ein riesiges stinkendes Verkehrschaos, obwohl die meisten vermutlich nicht mehr als 1-5km weit weg wohnen… Bis sich alle auf dem kleinen Parkplatz unter lautem Hupen eingefädelt hatten, standen unsere Räder längst direkt vor der Eingangstür und wir im warmen Inneren… nun gut, jeder wie er meint…


Am Mittwoch radelte ich ca. 40km. Ich liebe frühs diese wundervolle kalte Luft, der Körper wird schnell warm und die Vögel begleiten mich am Weg… Fuhr zu meiner Therapeutin eine Stunde mit dem Zug, hatte ein wundervolles stärkendes Gespräch mit ihr, erledigte danach in der kleinen Stadt noch so allfällig liegengebliebenes… oftmals stressen mich ja diese ganzen Kleinigkeiten, die Kids brauchen Schulkram, neue Patschen, die Kerzen gehen aus usw. Extra wohin deswegen mag ich nicht… Am Nachmittag radelte ich spontan bei einer Freundin auf einen Tee vorbei, ehe ich einen wundervollen Workshop bei meiner lieben LSB-Kollegin Kathrin Sowa-Mörtl von Herzbunt besuchte.

 


Es war eine gelungene Mischung aus Theorie über Glaubenssätze und Muster, bewegter Meditation und künstlerischem Flow. Schon lange hatte ich nicht mehr so viel gemalt. Früher hatte ich oft einfach drauflos gemalt mit guter Musik dazu. Umso toller war es nun, in dem großen Atelier einfach genug Platz zu haben! Ich tauchte ganz ein in meinen Prozess, überwand hinderliche Drachen, war berührt von Farbklecksen, meinem Lebensweg, der Mischung aus blau und grün auf der Leinwand… Beglückt radelte ich die 15km wieder nach Hause….

 


Am nächsten Tag fuhr ich sogar zweimal in die Stadt mit dem Rad… (so eine abwechslungsreiche Woche ist übrigens aber was seltenes… ). Morgens besuchte ich eine wundervolle Freundin im Rosental und wir besuchten eine Vogelinsel an der Drau, beobachteten Schwäne, die behäbig über das Eis wankten, Scharen von Blässhühnern und sahen den ersten Huflattich. Nebenbei genossen wir unseren Morgenkaffee am Ufer auf Steinen sitzend und planten an kraftvollen Naturmentoring-Tagen für Frauen. Wie wir unser Frausein und unsere Zyklen leben können.  Es fühlte sich definitiv nicht nach Arbeit an… eher ein Tanz aus Wellen beobachten und Ideen spinnen. Mehr Infos darüber findest du auf der SpielraumNatur Homepage und auf der FB-Seite. Wir freuen uns so!!! Und ein Foto von mir, das mir sogar mal gefällt, hat Alexandra Haaji auch gemacht, danke dafür ❤

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Nach der matschigen Rückreise brauchte ich ein Nickerchen, ehe es Kinderzeit war… Auch diesen Abend war etwas los… (frei nach dem Motto, entweder ist alles auf einmal oder wochenlang gar nix…). Nämlich das Drum&Dance im Turm zu Klagenfurt… Im Croozer sitzen also nicht mehr zwei Kinder, sondern zwei Trommeln 😉 Ich war allerdings so frech, einen Fremden zu bitten, meine doch recht schwere Djembe die ca. 200(stimmt das? Keine Ahnung…) Stufen den Turm hinaufzuschleppen… Bei guter Sicht auf die Stadt (trotzdem bin ich jedes Mal so froh und dankbar, dass ich am Land wohne, auch wenn ich da 40min hinradel) trommelten wir im Raum da oben…

 


So langsam war ich dann auch mal müde und erledigt von all der Vielfalt, auch wenn sie noch so schön ist… ich fuhr lieber früher heim und dankte unserer Leihoma für ihre Arbeit – sie ist einfach unersetzlich und meine Kinder sehen sie öfter als ihre eigentlichen Großeltern… Am Freitag hatte ich dann wie gesagt Muskelkater… auf der Heimfahrt nach der Arbeit war ich wirklich froh, die nächsten zwei Tage nicht radeln zu müssen…


Mittlerweile ist es Samstagnachmittag, die Kinder spielen im Garten, meine Muskeln erholen sich und ich spüre meine Dankbarkeit für all das Erlebte in dieser doch außergewöhnlichen Woche! Für all die Begegnungen und Erlebnisse! Danke!!!!

2 Kommentare zu „Dankbarkeit – die Woche der Vielfalt

  1. Ach Elaria …. ❤ Ja … Dankbarkeit für so viel Schönes … das ist so toll, wie du alles immer ausdrückst … und noch toller, wie bunt und lebendig du erzählst … schreib ein Buch … ich finde es so spannend … auch deine Herangehensweise an manche Situationen … wirkt oft so unkompliziert … hat was von Leichtigkeit … toll! Und du fesselst mich immer wieder mit deinen Erlebnissen. Danke fürs Teilen … hab eine wunder-volle zeit … bis zum nächsten Mal ❤ ❤ Alles Liebe, Dani ❤

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