Altweibersommer – indian summer

Dichter Nebel

verwandelt sich

in strahlenden Sonnenschein

aus dem verträumten Morgen

wird ein goldener Spätsommertag

glitzernde Tautropfen sind geschmolzen

silberne Spinnfäden durchziehen die Luft

noch liebkost Wärme meine Haut

doch die Schatten sind schon kälter geworden

das Blau des Himmels ist unendlich weit

letzte Blüten strecken sich ihm entgegen

die Göttin breitet ihre Arme aus

bereit, ihre Kindern zurück in ihren Schoß zu führen

die Erde duftet nach Herbst

und Ruhe kehrt ein in mein Herz

thick mist changes

into bright sunlight

the dreaming morning

becomes a golden late summer’s day

shimmering dew drops melt

silver spider threads flying through the air

still warmth caresses my skin

but the shadows are colder yet

the blue of the sky is infinite

last blossoms reaches up

the goddess spreads her arms

ready to guide her children back into her womb

the earth scents like autumn

and quietness comes into my heart

Kräuterweihe 15.8. und Frauendreißger- Herb blessing

Am 15.8. ist Kräuterweihe – oder auch Maria Himmelfahrt… schon vorher sammelte ich Kräuter, die ich gerne in meinem Strauß hätte – Kräuter, die ich am meisten nutze bzw. die ich am liebsten mag. Dazu gehören Beifuß, Wilde Möhre, Baldrian, Johanniskraut, Schafgarbe, Frauenflachs, (Hunds)Kamille, (Ross)Minze, Spitzwegerich und in der Mitte thront eine König(innen)kerze.

Den Kräuterbuschen weihte ich selbst – an einem meiner Lieblingsplätze unter einer alten Eiche, deren Äste auf einer Seite schon kahl sind:

Wolken hingen tief über dem Land,

am Tag hatte es geregnet,

die Erde hatte das Wasser

begierig aufgenommen.

Im Westen schimmerte

der Sonnenuntergang,

die Luft war klar und reingewaschen,

der Himmel leuchtete blau und gelb.

Mit einem Strauß Kräuter

ging ich den Berg hinauf,

über stille Wiesen und den Wald,

dessen schützende Dunkelheit mich willkommen hieß.

Vom Gipfel kann man Noreias Land

überblicken, bewundern, bestaunen.

Am Rand steht eine alte Eiche,

auf der einen Seite Blätter,

auf der anderen Seite nicht mehr.

Ihr Name ist Malina.

In der Dämmerung betastete ich ihre Borke,

wettergegerbt, von Erinnerungen gezeichnet.

Ich legte mich zu ihren Füßen,

sah in die Krone hinauf,

ein Teil von ihr schien in die Anderswelt zu ragen.

„Sind alle Eichen auf dieser Welt und der anderen

miteinander verbunden?“ fragte ich sie.

„Ja, das sind sie, durch den Großen Geist der Eichen!“

„Ich habe Sehnsucht nach Gog und Magog,

den alten Eichen von Glastonbury.“

„Dann lass uns zusammen eine Reise zu ihnen machen.“

Und das tat ich dann auch….

Nach der Kräuterweihe kommt der „Frauendreißger“ – 30 Tage, an denen die Kräuter besonders wirkungsvoll sein sollen. Es ist die Zeit des goldenen Spätsommerlichtes…ich sammelte Hollerbeeren, Goldrute und was ich sonst noch finden konnte. Schlimm finde ich, dass man nur an wenigen Plätzen sammeln kann, denn die meisten Wiesen und Felder in unserer Umgebung sind mit Chemikalien gespritzt!

Lammas Ritual 3.8.2010

Frauengemeinschaft

zusammen etwas erschaffend

einen Altar bauen

aus Kornpuppen

und Sonnenbrot,

Früchten der Erde

und Säften in irdenen Krügen.

Durch den Regen

rennend und hüpfend

lachend auf den Feldern tanzen

die Ernte ist eingefahren

wir danken der Erde

Ziehen den Kreis

singend und tanzend

rufen die Geister,

die Große Göttin,

die in allem ist

und viele Namen hat,

Kornmutter, Ceres, Demeter.

Worte, Gedanken, Lieder

für die Göttin

prickelnde Haut

und das Geräusch des Regens

halten uns an den Händen

fühlen

Frauengemeinschaft

Göttin, segne diese Speisen,

wir essen sie bewusst und langsam

wir danken für deine Fülle,

deine reichen Gaben,

die uns nähren