Pilgerfahrt auf den Magdalensberg

Seit 12 tagen hing dichter Nebel über dem Sattnitzbergmassiv. Weiter oben war alles unter einer Schicht Eis verborgen, jeder Ast und jedes verbliebene Blatt mit Raureif bedeckt. Am Nachmittag machte ich mich auf zum Magdalensberg. Immer dichter wurde der Nebel, je weiter hinauf es ging. Und Scharen von Autos kamen mir entgegen – war der Nebel etwa höher als der 1059 hohe Gipfel und alle fuhren enttäuscht wieder nach unten? Ich sang alle Sonnenlieder, die ich kannte, inbrünstiger und lauter nach jeder Kurve, in der wieder nicht die Sonne zum Vorschein kam. Ich brauchte sie, wollte sehen, ob es sie noch gab, wollte ihre Wärme auf meinem Gesicht spüren. Bei den Ausgrabungen knapp unterhalb des Gipfels war reinstes Verkehrschaos aus Autos, Traktoren und Fußgängern und – immer noch wurde es nicht heller. Es blieb spannend bis zur letzten Minute! Und plötzlich – tatsächlich – es gab sie noch, ich war über dem Nebel angekommen!

Ich brach in Tränen aus, so sehr hatte ich mich danach gesehnt und so wundervoll war es hier, darüber zu sein, wie in einer anderen Welt, schon konnte man sich nicht mehr vorstellen wie es war, da unten, so grau in grau, jeden Tag das gleiche trübe, gedämpfte Licht, das irgendwann auf die Seele schlug.

Und hier oben – blauer Himmel spannte sich über uns, es war weit und klar, die Berge ragten wie Inseln aus dem Meer, meine Tochter rief auch gleich begeistert „Wasser“, als sie das sah!

Es war ein ständiges Kommen und Gehen, man fand also noch einen Parkplatz und endlich, endlich konnte ich mein Gesicht wieder der Sonne zuwenden! Mir kam der Gedanke, dass wir hier alle, die sich auf Bänken, an Mauern mit zufriedenem, seeligen Gesichtsausdruck dem Licht hingaben, als Pilger hier waren und wir beteten alle das gleiche an – die Sonne!

An der Grenze zwischen Nebel und Licht…

Über dem Nebelmeer…

Pilger…

da würde ich gerne sofort Urlaub machen…

Die Sonne sendet die letzten wärmenden Strahlen auf Noreias Land…

Bald wird es kalt…

und so sieht es unten aus….

Auf der Jagd nach der Sonne…

Ich hoffe ich langweile hier nicht mit dieser Art von Meldungen, aber hierzulande, besonders wenn man es nicht gewohnt ist, ist es einfach eine Sensation, Sonne abbekommen zu haben!

Im Westen sah der Himmel etwas hellgrauer aus als der Rest und so fuhr ich los, um vielleicht doch noch einen Sonnenstrahl zu erhaschen! Ich wurde belohnt – am Wörthersee, wo wir immerhin eine halbe Stunde Sonne hatten…

Besuch in Noreia

Wir waren mal wieder „Nebelflüchtlinge“, denn im Klagenfurter Becken herrschte wie leider so oft dichter trüber Nebel. Wir fuhren also immer weiter nach Norden, Richtung Steiermark und irgendwann löste sich der Nebel auf und es war blauer Himmel, so schön anzusehen! Zu Hause scheint einem sprichwörtlich der Himmel auf den Kopf zu fallen, die Luft ist schlecht und tagaus tagein gibt es das gleiche Licht…

Heute wollten wir uns mal das berühmte Dörfchen Noreia ansehen, das seinen Namen erst 1930 erhielt (zuvor hieß es St.Margerethen am Silberberg), weil man davon ausging, dass die Hauptstadt Noricums dort gelegen hatte. Was sich allerdings im Laufe der Jahre als falsch heraus stellte – es handelte sich nur um mittelalterliche Bauwerke. Die Lage der Stadt Noreia allerdings hat man bis heute nicht eindeutig festlegen können. In Frage kommen mehrere Orte in der Steiermark und Kärnten, derzeitiger Favorit ist die Gracarca, ein wirklich kraftvoller Höhenrücken am Klopeiner See.

Es war Sonne dort, das war mal die Hauptsache…ansonsten gab es ein paar nette Hügel und den Nachbau eines Langhauses, genannt „Königshaus“. Im Dorf gibt es auch noch ein Museum, das allerdings schon längst geschlossen hatte um diese Jahreszeit. Oben beim Haus war die Stimmung allerdings wundervoll. Ich wäre sofort in dieses Haus gezogen! Geniale Aussicht, Birken rundherum und eine Silberdistel vor der Tür! Oben auf einem Hügel gab es ein paar Steine, die recht spannend von der Energie her waren. Anscheinend ist dieser Platz geomantisch interessant, wie im Internet zu lesen ist.

http://www.muehlen.at/wanderdorf/kultur-vereine/museen135/keltisches-museum/

Sonne!!!!!

Sonne!!!!

Das Königshaus

Ein heiliger Hain?

Spannende Felsen

Eine Silberdistel vor der Tür…