Das Rote Zelt der Frauen am Come-Together-Festival

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Noch immer bin ich umgeben vom Rauch des Feuers im Roten Zelt der Frauen. Erinnere mich an die warme Gemütlichkeit, die Geborgenheit, das rote sanfte Licht, den Feuerschein und die Kerzen auf den Altären im Zelt. Obwohl ich schon längst wieder zuhause in meiner Wohnung bin, fühle ich doch die starke Verbundenheit zu dem Ort, den ich mitgeholfen habe aufzubauen, zu gestalten und einzuweihen, indem wir die Kerzen und das Feuer entzündeten, mit anderen Frauen sangen und es uns auf den Decken und Kissen gemütlich machten. Wo vorher Wiese war, steht jetzt ein Dom, außen bunt und mit regenfesten Planen bedeckt, mit einem Abzug für den Rauch des Feuers versehen, innen mit allen roten Decken, Teppichen, Tüchern, Schals und Kissen rund um die Feuerstelle drapiert, die wir finden konnten. Ein paar Kisten dienen uns als Altäre, geschmückt mit roten Tüchern, selbstgemalten Bildern voller Frauenkraft, roten Windlichtern und Figuren. Es gibt eine Bücherkiste, aus der jede sich Bücher zum Lesen im Zelt nehmen kann, Papier und Stifte zum Schreiben und Malen und Informationen zum Roten Zelt.

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Lebendig wird das Zelt mit den Frauen, die es besuchen kommen. Durch den engen Eingang ins Warme schlüpfen, ihre Augen sich an das gedämpfte Licht gewöhnend. Ankommen auf einer der Decken, sich wärmend am Feuer, die anderen Frauen begrüßend und wahrnehmend. Von selbst ergeben sich Gespräche, werden Lieder gesungen, gelacht. Es ist alles rund und behaglich. Diese Kraft trage ich noch in mir.

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Offen ist das Zelt für alle Frauen und Kinder. Ein paar der Frauen haben gerade ihre Mondzeit, inklusive mir. Wir wunderbar passend. Gleich morgen werde ich wieder hinfahren und es mir gemütlich machen, der Kuchen steht schon zur Mitnahme bereit. Wir werden auch ein Programm gestalten, denn es würde uns riesig freuen, wenn sich viele Frauen im Kreis im Rote n Zelt einfinden würden, um gemeinsam zu singen, zu reden, zu lachen, Wissen auszutauschen und was immer da noch an tollem, spannenden auf uns wartet! Wir sind gespannt und freuen uns. Es ist für mich das erste Mal in so einem Rahmen und es fühlt sich unglaublich gut an, so richtig, so wie es sein sollte. Somit wünsche ich gute Träume und bis morgen!

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Alle Infos zum Fest findest du auf:

http://www.act2gether.at/events/icalrepeat.detail/2014/09/14/1268/-/come-together.html

1900 km mit zwei Kindern…

Im Mai war ich mit den Kindern per Auto bei meinem Opa in Thüringen. Ist ja eine ziemlich weite Fahrt und jetzt hab ich erst mal mehr als genug von deutschen Autobahnen, schwarzen BMWs im Rückspiegel und Raststätten-Essen…

Aber dafür ist es meinem geliebten Tal umso schöner! Eine Heilpflanze neben der anderen, Bärwurz und Frauenmantel soweit das Auge und der Erntekorb reicht!

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Meine Tasche mit dem Roten Zelt hatte ich natürlich auch dabei und so baute ich aus einer Wimpelkette, zwei roten Tüchern und Wäscheklammern einen gemütlichen Picknickplatz inmitten duftender Kräuter, einfach herrlich zum Entspannen!

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Wir machten auch einen Ausflug auf einen Aussichtsberg – das mag ich immer sehr gern, wenn man nichts als Wald rundherum sieht! Das ist dann wirklich Heimat für mich!

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An einem eher regnerischen Tag fuhr ich weiter nach Dresden, um mich mit Stefanie zu treffen, eine Rote-Zelt-Schwester(http://www.roteszelt.de/), vor lauter Reden und Träumen haben wir glatt vergessen, ein Foto von uns beiden zu machen! Aber wir werden uns zum Glück bald wiedersehen!

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Sie zeigte mir die berühmte Altstadt mit Semperoper und Frauenkirche, aber auch die andere Seite der Elte – die Neustadt! Da gab es tolle Spielplätze für die Kinder und bemalte Hinterhöfe.

Ich war sehr beeindruckt vom Flair der Stadt, sehr jung, viele Kinder, z.T. sehr alternativ und echt schön, sehr freundlich alle! Haben mir geholfen, wieder zu meinem Auto zu finden und mit den Kindern und den Zweisitzer-Kinderwagen in die Straßenbahn zu bekommen!

Das erste Rote Zelt in der Villa Maria Klagenfurt

 

War etwas aufgeregt, als ich alle roten Sachen in meinem Zimmer zusammensuchte und in zwei großen Kisten verstaute. Danach wirkte es seltsam leer so ohne Gemälde an den Wänden und ohne rote Vorhänge. Es regnete, als ich das Haus verließ und zur Villa Maria fuhr, in der noch eine Geburtstagsfeier im Gange war, was mich kurzfristig etwas stresste, wollte ich doch in Ruhe aufbauen und ausprobieren, wie es wohl aussehen würde.

willkommen

Ein paar Kinder waren noch da und fragten gleich, was ich da tue und warum das alles rot sei. Die Farbe für Frauen sei doch rosa oder pink meinten sie, woraufhin ich antwortete, dass das ja für Mädchen gelten möge, aber nicht für mich erwachsene, starke, kraftvolle Frau 😉 Jedenfalls spielten sie gleich mal im Roten Zelt, während ich ringsherum meine Bilder auf tücherverhangenen Kisten aufstellte, Windlichter verteilte und Bücher auflegte.

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Bald wurde es ruhig und die ersten Frauen trafen ein, während der Regen draußen in Schnee überging und alles in friedliche Winterstimmung tauchte. Mittlerweile brannten im Raum auch nur noch viele Kerzen und eine richtig warme, gemütliche Atmosphäre entstand. Wir tranken Tee, knabberten Nüsse und kamen erstmal richtig an, plauderten ein wenig, bis noch zwei Frauen im wahrsten Sinne des Wortes hineinschneiten. Nun waren wir 6 Frauen, im Alter von 29 bis 80 Jahren, was ich besonders schön fand, so eine gute Mischung zu haben!

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Wir machten es uns im Roten Zelt bequem, sangen gemeinsam ein Lied, spürten ihm nach, ich las eine schöne Textstelle vor und wir hielten einen wundervollen Redekreis ab, bei dem wir uns an den Händen hielten und immer wieder den Worten der weisen Frau in unserem Kreis lauschten, welch Geschenk! Es war sehr berührend!

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Als es schon etwas unbequem wurde im Schneidersitz, massierten wir uns gegenseitig den Rücken im Kreis, so dass jede Berührung gab und gleichzeitig welche erhielt. Vor dem Zelt machten wir noch einen improvisierten Kreistanz.

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Mittlerweile war der Neuschnee draußen schon 10 cm dick und als Abschluss webten wir noch ein Netz aus roten Fäden zwischen uns, legten unsere Hände auf den Boden und spürten unsere Verbundenheit. Es war unglaublich nährend und heilsam, was zwischen uns entstanden war in den knapp 3 Stunden! Wir plauderten noch, ehe ich anfing, alles wieder abzubauen und zu verstauen.

Erst musste ich noch mein Auto freischaufeln, ehe ich einladen konnte, aber zum Ausladen hatte ich dann keine Lust mehr, als ich nach Schneefahrbahn nach Hause kam. Aber ich schlief unglaublich gut und tief in der Nacht, ganz erfüllt und genährt vom Roten Zelt der Frauen!