Winter…

Leider war ja bislang kein nennenswerter  Schnee  bei uns – ein paar Krümel und das wars. Kein Flockentanz, kein Schneemann, kein lustiges Herumkugeln in der weißen Pracht….und das trotz meiner schönen Schneesterne am Fenster…die haben ihn wohl abgeschreckt und nicht angelockt.

Immerhin gab es Frost, der an schattigen Stellen auch tagsüber blieb…und die Sonne war ja nach den Nebeltagen auch willkommen.

Vor Samhain hatte ich noch eine Löwenzahnwurzel ausgegraben, die ich eigentlich zu nährendem Wurzelpulver verarbeiten wollte, aber sie lachte mich einfach zu nett an. Seitdem schaut sie mir beim Kochen von ihrem Platz auf dem Zitronenmelissentopf zu.

Jetzt hatte ich Zeit, Kräutersalz zu machen…ein nettes Weihnachtsgeschenk!

Beim Spazieren gehen traf ich auf die Überreste der üppigen sommerlichen Vegetation…meine Kraftpflanzen für den langen Winter…Goldrute für die Nieren und die Blase…

Mädesüß für die Seele und die Leichtigkeit des Tanzes, den Geruch des Sommers…

die Große Klette…

lustiges Moospolster mit Schneehauberl auf Hollerholz, umwunden von Waldrebe…

zwei Flüsse vereinen sich zu einem…alles fließt..

Im Spätherbst kommen jedes Jahr Marienkäfer ins Haus, die wohnen bei uns in den Fenstern und sitzen gelegentlich auch mal auf einer Filzgöttin…

Jetzt wissen wir auch, woher der Nebel immer kommt…aus einem kleinen Talkessel ganz in der Nähe…

und mit wunderschönen Sonnenuntergängen wurden wir auch belohnt!

Lorenziberg

So nach und nach lerne ich auch die Berge in der Umgebung kennen….gestern waren wir am Lorenziberg – einer der Berge des Vierbergelaufs. Die Aussicht ist traumhaft! Wir schleppten unsere schreienden Kinder durch den Wald, erst nach einer Weile war Ruhe und wir konnten die Stille des abendlichen Waldes genießen…

Nebel in den Tälern…

der Ulrichsberg…

das Abendrot scheint durch die Bäume…

in die Weite blicken…

Juppiter…

Pilgerfahrt auf den Magdalensberg

Seit 12 tagen hing dichter Nebel über dem Sattnitzbergmassiv. Weiter oben war alles unter einer Schicht Eis verborgen, jeder Ast und jedes verbliebene Blatt mit Raureif bedeckt. Am Nachmittag machte ich mich auf zum Magdalensberg. Immer dichter wurde der Nebel, je weiter hinauf es ging. Und Scharen von Autos kamen mir entgegen – war der Nebel etwa höher als der 1059 hohe Gipfel und alle fuhren enttäuscht wieder nach unten? Ich sang alle Sonnenlieder, die ich kannte, inbrünstiger und lauter nach jeder Kurve, in der wieder nicht die Sonne zum Vorschein kam. Ich brauchte sie, wollte sehen, ob es sie noch gab, wollte ihre Wärme auf meinem Gesicht spüren. Bei den Ausgrabungen knapp unterhalb des Gipfels war reinstes Verkehrschaos aus Autos, Traktoren und Fußgängern und – immer noch wurde es nicht heller. Es blieb spannend bis zur letzten Minute! Und plötzlich – tatsächlich – es gab sie noch, ich war über dem Nebel angekommen!

Ich brach in Tränen aus, so sehr hatte ich mich danach gesehnt und so wundervoll war es hier, darüber zu sein, wie in einer anderen Welt, schon konnte man sich nicht mehr vorstellen wie es war, da unten, so grau in grau, jeden Tag das gleiche trübe, gedämpfte Licht, das irgendwann auf die Seele schlug.

Und hier oben – blauer Himmel spannte sich über uns, es war weit und klar, die Berge ragten wie Inseln aus dem Meer, meine Tochter rief auch gleich begeistert „Wasser“, als sie das sah!

Es war ein ständiges Kommen und Gehen, man fand also noch einen Parkplatz und endlich, endlich konnte ich mein Gesicht wieder der Sonne zuwenden! Mir kam der Gedanke, dass wir hier alle, die sich auf Bänken, an Mauern mit zufriedenem, seeligen Gesichtsausdruck dem Licht hingaben, als Pilger hier waren und wir beteten alle das gleiche an – die Sonne!

An der Grenze zwischen Nebel und Licht…

Über dem Nebelmeer…

Pilger…

da würde ich gerne sofort Urlaub machen…

Die Sonne sendet die letzten wärmenden Strahlen auf Noreias Land…

Bald wird es kalt…

und so sieht es unten aus….